Wie werden Ergebnisse weitergeleitet?

Bundestagswahl: Wahlleiter, Helfer und IT arbeiten zusammen – Infos und grafische Aufbereitung im Internet

Wahlvorbereitung: Wolfgang Fürst, Sachbearbeiter E-Government vom Landratsamt Miltenberg, testet die Software OK.Vote, mit der am Wahlabend des 26. September die Auszählungen der abgegebenen Stimmen weitergeleitet werden. Foto: Julia Preißer

Kreis Miltenberg. Was passiert mit meinem Stimmzettel, sobald er in der Wahlurne landet? Wer reicht die Wahlergebnisse aus den einzelnen Kommunen weiter? Welche Software ist im Einsatz und wie steht es um die Cybersicherheit? Im Internet kursieren derzeit die wildesten Gerüchte. Vor allem rechte Gruppierungen reden von Wahlbetrug und Hackerangriffen. Doch gibt es dafür überhaupt Anhaltspunkte?

Noch immer wählen wir analog, das bedeutet: Wir machen eigenhändig mit einem Kugelschreiber unsere Kreuzchen auf Papier – entweder per Briefwahl oder im Wahlbüro unserer Kommune. Die Wahlhelfer prüfen die Wahlberechtigung und zählen die Stimmzettel aus. Dabei gilt das Vier-Augen- Prinzip: Jeder Stimmzettel wird von zwei Menschen geprüft. Ist ein Zettel ungültig, sortieren die Wahlhelfer ihn aus. Per Software gelangen die lokalen Wahlergebnisse nun an die nächsthöheren Ämter. In Bayern kommt seit der Europawahl 2019 in vielen Kommunen die Software OK.Vote zum Einsatz. Um Hackerangriffen vorzubeugen, läuft die Software nicht über das Internet, sondern nur über das Behördennetz. Kommunale Sachbearbeiter, wie Wolfgang Fürst, Sachbearbeiter EGovernment vom Landratsamt Miltenberg, tragen die Wahlergebnisse in die Software ein und übermitteln sie dem Landratsamt.

Die Bürger können den Wahlfortschritt und die aktuellen Ergebnisse auf der Internetseite www.wahlen-in-mil.de mitverfolgen. Wahlergebnisse sind dort zudem grafisch aufbereitet – etwa in Balkendiagrammen. Sobald dem Landratsamt die Ergebnisse aus allen Wahlbezirken vorliegen, erstellen Sachbearbeiter eine Ergebnisdatei und übermitteln sie an die Kreiswahlleitung für den Wahlkreis Miltenberg/Main Spessart

»Erfahrungsgemäß leiten wir die Daten aus dem Landkreis zwischen 20.30 und 21 Uhr an den Kreiswahlleiter weiter«, berichtet Pressesprecherin Susanne Seidel vom Landratsamt Miltenberg. Dieser gebe die gesammelten Daten aus dem Wahlkreis dann an den Landeswahlleiter weiter. Die Landeswahlleitung wacht auch nach der Wahl über die gesammelten Daten. Stimmzettel und andere Wahlunterlagen wandern ins Archiv. Für Wählerverzeichnisse, Wahlscheinverzeichnisse und ungültige Stimmzettel gilt eine Aufbewahrungsfrist von sechs Monaten. Gültige Stimmzettel dürfen erst 60 Tage vor der nächsten Wahl entsorgt werden.

Bereits jetzt haben die Kommunen die Möglichkeit, die Software OK.Vote einem Lasttest zu unterziehen. Dafür sind Testbereiche freigeschaltet, deren Daten vor der Wahl wieder gelöscht werden. Diejenigen Gemeinden, die aus organisatorischen Gründen eine andere Software nutzen – im Landkreis Miltenberg sind das Kleinheubach und die Stadt Klingenberg – liefern eine kompatible Exportdatei an das Landratsamt, das diese in OK.Vote importiert.

Erschienen am 7. Septempber 2021 im Main Echo 
Erklärungsnot bei kuriosem Fund
Zur Liste
Wanderduo kämpft mit 170 Kilometern