Feedback und Finanzierung für fündige Geister

Existenzgründung: BayStartUp im Großwallstädter Zentec soll Unternehmensgründer bei Finanzierungs- und Konzeptfragen unterstützen

Wirtschaftsministerin Ilse Aigner hat in familiärer Atmosphäre im Gründungszentrum Zentec eine Außenstelle der Institution BayStartUp eingeweiht. Foto: Julia Preißer

Großwallstadt. Die Region Bayerischer Untermain ist um eine Wirtschaftsinstitution reicher. Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner hat am Freitag im Zentrum für Technologie, Existenzgründung und Cooperation (Zentec) in Großwallstadt eine Außenstelle von BayStartUp eröffnet. Die Institution widmet sich Unternehmensgründern in Bayern und unterstützt sie bei Finanzierungs- und Konzeptfragen.

Bislang gibt es, neben dem Hauptstandort in München, Zweigstellen in Würzburg, Regensburg, Augsburg und Schweinfurt. Das bayerische Wirtschaftsministerium als Initiator und die projektfördernden Unternehmen haben sich bewusst für einen weiteren Standort im knapp 4000-Seelen-Ort Großwallstadt entschieden. „Wir haben hier eine wirtschaftlich starke Region und mit Zentec einen Partner, mit dem wir gerne zusammen arbeiten“, sagte der Geschäftsführer von BayStartUp Carsten Rudolph.

Man wolle ganz bewusst vor Ort präsent sein und junge Unternehmensgründer persönlich begleiten, so Rudolph. Die Suche nach passenden Investoren sei dabei ebenso wichtig, wie ein individuelles Coaching, das künftige Unternehmer auch auf unvorhergesehene Schwierigkeiten vorbereite. Mit Feedback zu Businessplänen, Workshops sowie Einblicken in die Unternehmerlandschaft Bayerns bietet die Institution Hilfestellungen. Außerdem verfügt sie über das größte gesamtbayerische Finanzierungsnetzwerk.

„Es geht um eine Symbiose aus Gründern, Finanzierern, Coaches, Beratern, Forschung und etablierten Unternehmen“, sagte Ilse Aigner. Die Wirtschaftsministerin will „schlagkräftige Netzwerke“ bilden, mit denen Unternehmen auf den sich wandelnden Märkten bestehen können. Aigner verwies auf die zunehmende Digitalisierung am Beispiel des automatisierten Fahrens: „Die Branchengrenzen verschwimmen zunehmend. Früher haben Computerhersteller PCs gebaut und Autohersteller Autos. Heute sind moderne Autos rollende Computer.“

Dass wirtschaftlicher Fortschritt in der Region beginne, betonte Aschaffenburgs Bürgermeister und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung Zentec, Klaus Herzog. Was einer Stadt nütze, nütze auch immer dem Landkreis, sagte Herzog beispielhaft. Deshalb gelte: „Erst kommt die Region und dann kommt nochmal die Region!“ Gemeinsames Ziel der Politik sei es, regionale Wirtschaftsstandorte voranzubringen. Als positive Vorbilder nannte Herzog das Zentrum für wissenschaftlichen Service und Transfert (Zewis) in Aschaffenburg und das Fraunhofer Institut in Alzenau.

Derzeit kann sich der Bayerische Untermain laut einer aktuellen Prognose des Zukunftsatlas zum obersten Fünftel der innovativsten Gebiete in Deutschland zählen. „Die Region schneidet in puncto Zukunftsfähigkeit hervorragend ab“, betonte Ilse Aigner. Damit dies so bleibe, könnten Politik und Gründerinstitute zwar Hilfestellung geben - „die letzten Ideen kommen aber immer von fündigen Geistern mit innovativen Geschäftsfeldern“.

Erschienen am 28. September 2015 im Main Echo 
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