Bye Bye Brummschädel – Die besten Katerkiller

Spitzenköche aus der Region zeigen, wie man dem Kater ein Schnippchen schlägt

Ungewöhnlich: Neben Gemüse, Fisch und Flüssigkeit steht bei Ralf Restel vom Gasthaus Zur Krone in Großheubach auch Meerrettich auf dem Tablett fürs Katerfrühstück. Foto: Julia Preißer

Kreis Miltenberg. Brummschädel, flauer Magen und ein Heidendurst: Auf die fette Silvesterparty folgt oft der ungeliebte Kater. Damit der erste Tag des Jahres nicht zum Katzenjammer wird, geben Köche aus dem Landkreis Tipps, die den Kater killen.

Küchenchef Ralf Restel vom Gasthaus Zur Krone in Großheubach lädt am 1. Januar zum Neujahrsbrunch. Neben der klassischen Brezel gibt es vor allem eines: viel frisches Obst. „Wir brauchen Feuchtigkeit, Feuchtigkeit und nochmals Feuchtigkeit“, erklärt der Koch. Alkohol wirke sich negativ auf den Wasserhaushalt und den Kreislauf aus. Die Folge: Kopfschmerzen. Obst gibt dem Körper Wasser und Nährstoffe zurück.

Auch magenfreundliche Tees und viel Gemüse bringen den Wasserhaushalt wieder ins Gleichgewicht. Ralf Restel hat noch einen Geheimtipp: Meerrettich. Der enthält ätherische Öle und macht munter. „Wenn das Näschen mitspielt, wird der Kopf frei“ weiß Restel. Ein positives Nebeneffekt: Ätherische Öle wärmen den Magen und beruhigen das Nervensystem. Ähnlich wie Meerrettich wirkt Ingwer – als Zutat im Essen oder als Tee.

Auch um dem Kater vorzubeugen und trotzdem feuchtfröhlich zu feiern, braucht es viel Wasser. Chefkoch Joachim Elflein vom Niedernberger Seehotel empfiehlt: „Alle alkoholischen Getränke mit der gleichen Menge an Wasser ausgleichen!“ Auf ein Glas Wein kommt demnach ein Glas Wasser. Bei Hochprozentigem wie dem beliebten Schnäpschen bedarf es zum Ausgleich natürlich einer größeren Wassermenge.

Elflein bekocht am Silvesterabend rund 400 Gäste. Vom Aperitif über begleitende Weine bis hin zum Mitternachtssekt wird viel getrunken. Mehrere hundert Liter Wasser gehen dabei ebenfalls über den Tresen. Wer zusätzlich fettreich isst, schlägt dem lauernden Kater ein Schnippchen. Weil Fette den Alkohol binden, verhindern sie, dass er frei ins Blut gelangt und den folgenschweren Rausch auslöst.

Somit gilt: An Silvester darf man nochmal so richtig sündigen. Wer eine Fettgrundlage schaffen will aber keinen schweren Magen möchte, dem rät Joachim Elflein zu Pasta mit Olivenöl – leicht verträglich und reich an ungesättigten Fetten.

Damit die müden Neujahrsgesichter wieder strahlen, empfiehlt Rafael Straub vom Hotel Schöne Aussicht in Klingenberg Smoothies. Die leckeren Muntermacher bringen Kreislauf und Laune in Schwung. „Mit Silvesterkater hat man nicht unbedingt großen Hunger. Ein Smoothie schmeckt immer“, so Straub.

Vor allem die Zitrusfrüchte haben es dem Küchenchef angetan. Pomelo, Orangen und Grapefruits vereinen sich im Mixer zu wahren Kraftpaketen und schmecken selbstgemacht noch besser, als aus dem Supermarkt. Wichtig: Das Obst muss reif sein, damit der Körper nicht übersäuert.

Von klassisch sauren Katerspeisen wie dem Rollmops hält Straub nichts. „Den würde ich mit Kater nicht runterbringen. Dann lieber gesund essen!“ Seine Zitrus-Smoothies verfeinert der Koch mit Bananen, um sie cremiger zu machen. „Außerdem führt man dem Körper so auf schonende Art Ballaststoffe zu“, erklärt er.

Wirt Kosta Tsetinis von der Schönen Aussicht in Kleinheubach schwört beim akuten Katerbefall auf Suppe. Sein Liebling: Jouvarlakia – griechische Hackbällchensuppe mit Zitrone und Ei. „Gut für den Magen und hält warm“ schwärmt er. Bei Katerkopfweh zeigt sich Tsetinis auch mal offensiv: „Es hilft, wenn man den Tag mit dem beginnt, mit dem man zuvor aufgehört hat. Aber bitte nur eine sehr kleine Menge, sonst wird es schlimmer“ warnt er.

Ein weiterer Tipp des Wirts: „Nie durcheinander trinken! Ich war acht Jahre Barmann auf Rhodos und habe nicht einen einzigen gemixten Cocktail getrunken.“ Wenn er trinke, dann entweder einen Obstler, einen Cognac oder einen wirklich guten Wiskey. „Hochwertig und sortenrein trinken ist die beste Vorsorge gegen Katerkopfweh“, sagt er.

In einem sind sich alle Köche und Wirte einig: Nach einer ordentlichen Silvestersause kann man den leidigen Kater meist nicht verhindern. Koch Ralf Restel bringt es auf den Punkt: „Wenn man gut gefeiert hat, soll man das bisschen Kopfweh mit Stolz ertragen.“

Rezept »Katerkiller Smoothie«

½ Honigpomelo
½ rote Pomelo
2 Blutorangen
2 normale Orangen
1 rote Grapefruit
1 weiße Grapefruit
1 Limette (optional)
1 Banane
Zitrusfrüchte entsaften und mixen. Banane separat mixen und zum restlichen Saft geben. Danach alles mit dem Mixer gut verrühren – fertig!

Erschienen am 31. Dezember 2014 im Main Echo 
»Thronen statt sitzen, schreiten statt gehen«
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