Wie funktioniert die Luca App?

Technik: Anwendung wird im Mönchberger Freibad eingesetzt – Leichte Bedienung, fragwürdige Funktion

Wir haben die neue Luca-App unter die Lupe genommen. Sie wird nun auch in manchen Schwimmbädern unseres Landkreises genutzt, wie etwa in Mönchberg. Foto: Julia Preißer

Mönchberg. Schwimmbad-Besucher können sich im Mönchberger Freibad künftig mit der Luca App registrieren. QR-Codes finden sich im Eingangsbereich. Die App gilt datenschutztechnisch als umstritten, ist aber leicht zu bedienen. Kontakte mit Menschen, die sich mit Corona infiziert haben, sind so besser nachvollziehbar.

Der Prozess ist einfach: Benutzer laden sich die Luca-App im PlayStore (Android) oder im AppStore (i-phone) herunter, registrieren sich mit Name und Adresse und können den QR-Code unter dem Menüpunkt “Einchecken” scannen. Ein separater QR-Code-Scanner ist nicht nötig. Wer sich eingecheckt hat, kann nun wählen, ob die App automatisch beendet werden soll, sobald er das Schwimmbad verlässt, oder ob er sich händisch auschecken möchte. Bademeister Peter Kurz rät zum händischen Auschecken. Denn das automatische Auschecken per GPS funktioniert nur dann, wenn der örtliche Betreiber - in diesem Fall der Markt Mönchberg - den Radius möglichst genau eingestellt hat. “Bislang reagiert die App noch ungenau und der Radius ist zu klein”, erzählte Kurz unserer Redaktion letzten Sonntag. Wer einen Liegeplatz auf der hinteren Seite des Schwimmbades wählt, wird versehentlich ausgecheckt. Dies läuft dem Konzept der App - einer leichteren Nachverfolgung der Infizierungsketten - entgegen. Kurz weißt auf ein weiteres Problem hin: Würde man den Radius vergrößern, um die hintere Liegewiese mit einzubeziehen, könnten Besucher, die in der unmittelbaren Umgebung wohnen, oder im Biergarten nebenan noch etwas trinken, länger als nötig eingecheckt bleiben. Um das Problem schnellstmöglich zu beheben, steht der Bademeister momentan im Austausch mit der Marktgemeinde.

Auch in puncto IT-Sicherheit und Datenschutz stand die App in den letzten Wochen in der Kritik. 70 Sicherheitsforscher hatten Ende April eine gemeinsame Stellungnahme zur digitalen Kontaktverfolgung veröffentlicht. Die Forscher kritisierten unter anderem, dass das System nicht transparent entwickelt wurde und Sicherheitslücken somit zu spät entdeckt werden konnten. Außerdem prangerten sie an, dass die Bewegungsdaten der Nutzer an nur einer zentralen Stelle gespeichert würden. Dies erhöhe das Risiko für einen "gravierenden Datenleak". Die Forscher forderten ein dezentrales System. Ein schwerwiegender Vorwurf war auch die Tatsache, dass sich Nutzer mit falschen Daten registrieren können. Die Gesundheitsämter hätten bei der Verfolgung der Infizierungsketten somit einen Mehraufwand.

Luca-App-Gründer Patrick Hennig äußerte am Montag in einem Podcast, man habe die Fehler nun behoben. Wer dennoch Zweifel an der Luca-App hat, kann sich auch per Handzettel am Schwimmbadeingang registrieren.

Erschienen am 7. Juni 2021 im Main Echo 
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